Monika Wrzosek-Müller
Bis zum Ferragosto musste man die Hitze, auch da oben in Fiesole, genauer Settignano aushalten, danach kamen Gewitter, es wurde auch früher dunkel, also weniger Sonne, man atmete durch und im zweiten Atemzug merkte man leider, der Sommer ist wieder mal vorbei. Dass das Fest, der eine Tag am 15 August, in Italien große Bedeutung hatte, wusste ich schon lange, doch seine Geschichte war mir eigentlich nicht so klar. Die Leute trafen sich zum Grillen, Familien fuhren an den Strand, Freunde kamen zu Besuch, es war immer etwas los; auch in der hitzigsten Hitze, wo man dachte, alles müsste stehenbleiben, wurde gefeiert. Die Lokale draußen vor der Stadt füllten sich mit den Stadtmenschen, es wurde getanzt, gespielt, es war laut mit den vielen Kindern, die auch manchmal weinten, meistens jedoch um die Tische rannten. In der Stadt war es dagegen völlig still, alles war geschlossen: Läden, Ämter, Büros, aber auch viele Restaurants. Ich erinnere mich, dass wir später einmal, schon aus Kleinmachnow, an diesem Tag in Apulien waren und aus irgendeiner Trattoria zurückkehrten; das Thermometer bei einer Apotheke zeigte um 22 Uhr 39 Grad an.
Continue reading “Ferragosto”




